Sage Cloud Demat Invoicing

Wie funktioniert die MwSt bei elektronischer Rechnungsstellung?

Bei der elektronischen Rechnungsstellung über Peppol bleiben die MwSt-Regeln vollständig in Kraft. An Ihren MwSt-Pflichten ändert sich nichts: Nur die Art, wie die Rechnung zugestellt wird, ist anders.

MwSt-Regeln bleiben unverändert

Die elektronische Rechnungsstellung ändert nichts an der bestehenden MwSt-Gesetzgebung:

  • Ihre MwSt-Sätze bleiben gleich
  • Das Verfahren Ihrer MwSt-Erklärung ändert sich nicht
  • Alle bestehenden MwSt-Befreiungen und Sonderregelungen bleiben in Kraft

Welcher MwSt-Satz oder welche Regelung anwendbar ist, bestimmen Sie (oder Ihr Buchhalter), nicht das System.

Was ist wichtig?

1. Korrekte USt-IdNr.

Beim Versand über Peppol ist die USt-IdNr. besonders wichtig, denn sie bestimmt mit, wo die Rechnung zugestellt wird:

  • Ihre eigene USt-IdNr. muss korrekt konfiguriert sein
  • Die USt-IdNr. Ihres Kunden muss auf der Kundenkarte richtig eingetragen sein

Beim Eintragen einer USt-IdNr. wird automatisch geprüft, ob sie gültig ist. Ist die Nummer ungültig, erhalten Sie eine Warnung und können sie korrigieren, bevor Sie die Rechnung versenden.

2. Reverse Charge stellen Sie selbst pro Kunde ein

Sage Cloud Demat Invoicing wendet nicht automatisch 0 % MwSt oder die Verlagerung der Steuerschuld (Reverse Charge) an, auch nicht bei einer gültigen ausländischen USt-IdNr. Das ist bewusst so: Ob Sie die MwSt verlagern oder befreien dürfen, hängt von Ihrer Situation und davon ab, was Sie liefern, und das kann das System nicht für Sie entscheiden.

Sie stellen es selbst auf der Kundenkarte ein, bei den Standard-Dokumenteinstellungen dieses Kunden:

  • Umsatzsteuer verschoben: die Standard-Einstellung für die Steuerverlagerung, die verwendet wird, wenn Sie für diesen Kunden ein Dokument erstellen
  • MwSt.-Satz: der Standard-MwSt-Satz für diesen Kunden

Beim Erstellen einer Rechnung können Sie diese Standardwerte pro Dokument noch anpassen.

⚠️ Achtung: Erstellen Sie eine Rechnung mit verlagerter Steuerschuld, setzen Sie dann den MwSt-Satz auf den Rechnungszeilen auf 0 %. Eine Rechnungszeile mit einem Satz über 0 % auf einer verlagerten Rechnung wird beim Versand über Peppol blockiert.

3. Rechnungen in andere EU-Länder

Für B2B-Rechnungen innerhalb der EU gibt es zwei verschiedene Regelungen, und der Unterschied liegt darin, was Sie liefern:

  • Waren: Eine innergemeinschaftliche Lieferung ist unter Bedingungen von der belgischen MwSt befreit (Artikel 39bis des belgischen MwSt-Gesetzbuches). Eine gültige USt-IdNr. Ihres Kunden ist dafür eine der Bedingungen, aber nicht die einzige.
  • Dienstleistungen: Für die meisten B2B-Dienstleistungen wird die MwSt auf Ihren Kunden im anderen EU-Land verlagert (Artikel 21, § 2 des belgischen MwSt-Gesetzbuches), das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren.

Eine gültige USt-IdNr. allein reicht also nicht aus, um zu wissen, welche Regelung gilt. Im Zweifel? Sprechen Sie mit Ihrem Buchhalter, bevor Sie die Kundenkarte einstellen.

Häufig gestellte Fragen

F: Muss ich meine MwSt-Erklärung anders abgeben? A: Nein, das Verfahren Ihrer MwSt-Erklärung bleibt genau gleich. Sie verwenden die Daten aus dem System wie immer.

F: Was passiert, wenn eine USt-IdNr. falsch ist? A: Sie erhalten eine Warnung, wenn eine USt-IdNr. ungültig ist. Korrigieren Sie sie, bevor Sie die Rechnung versenden; eine falsche USt-IdNr. kann auch dazu führen, dass die Peppol-Zustellung fehlschlägt.

F: Wendet das System automatisch 0 % MwSt bei ausländischen Kunden an? A: Nein. Die Verlagerung oder Befreiung der MwSt stellen Sie selbst auf der Kundenkarte oder auf dem Dokument ein. So behalten Sie (zusammen mit Ihrem Buchhalter) die Kontrolle über die richtige MwSt-Behandlung.

Brauchen Sie Hilfe?

Für Fragen, welche MwSt-Regelung in Ihrer Situation gilt, ist Ihr Buchhalter der richtige Ansprechpartner. Für Fragen zu den Einstellungen in Sage Cloud Demat Invoicing steht Ihnen unser Supportteam unter help@clouddematinvoicing.be zur Verfügung.